Tagungen und Konferenzen

    ver.di-Aktiventagung „Digitalisierung der Arbeitswelt“

    ver.di-Aktiventagung „Digitalisierung der Arbeitswelt“

    Aktiventagung Digitalisierung ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper Aktiventagung Digitalisierung

    In den Räumen des NRW-Landesbezirks in Düsseldorf trafen sich am Samstag, 11. Juni 2022 40 Aktive aus unserem ver.di-Bezirk Düssel-Rhein-Wupper zur Fachtagung, in der neben zwei Vorträgen auch in vier Arbeitsgruppen gearbeitet wurde.

    Nach der Eröffnung durch Katharina Lang und Stephanie Peifer referierte der Chief Digital Officer (CDO) der Landeshauptstadt Düsseldorf, Alexander Smolianitski, über die „Smart City Dimension von Digitalisierung im öffentlichen Raum.

    Alexander Smolianitski in der Aktiventagung Digitalisierung am 11. Juni 2022 ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper Alexander Smolianitski

    Dabei erläuterte Alexander Smolianitski, dass es um die Frage gehe, wie man ein Stadtbild nicht architektonisch, sondern mit der Digitalisierung verändere, wie die Stadt reaktionsschneller mithilfe des Einsatzes der IT werden könne und führte dazu mehrere Beispiele aus.

    Danach referierte Christoph Schmitz, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, zum Thema „Digitale Arbeit gestalten“. Er berichtete anhand diverser Studien wie sehr sich verschiedene Berufe durch die Digitalisierung - auch mit einem Schub in der Corona-Pandemie - verändert haben.

    Christoph Schmitz in der Aktiventagung Digitalisierung am 11. Juni 2022 ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper Christoph Schmitz

    Die Erhebungen im Zusammenhang mit dem DGB-Index Gute Arbeit haben deutlich ergeben, dass einerseits Arbeitsmengen und Arbeitsintensität für die Beschäftigten deutlich gestiegen seien und andererseits teilweise auch mehr Entscheidungsspielräume und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben möglich wurden. Die vielfältigen Erfahrungen mit home-office sind so unterschiedlich, dass klar ist, dass die Rahmen- und Arbeitsbedingungen für Telearbeit im Allgemeinen und home-office im Besonderen gut gestaltet werden müssten. ver.di habe dazu Leitthemen für gute Arbeit im digitalen Umbruch erarbeitet. Darüber hinaus fordere ver.di von der Bundesregierung die Einrichtung einer Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, um dieses wesentliche Zukunftsthema mit möglichst allen Aspekten, wie z.B. auch der Notwendigkeit von Weiterbildung und der Gestaltung eines Anspruchs dazu systematisch und konzeptionell zu befassen.

    Christoph Schmitz erläuterte einige praktische Beispiele von Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen zum Gesundheitsschutz, in denen wesentliche Aspekte der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsplätze gut geregelt wurden. Hierzu hat die Bundesverwaltung ein Info-Blatt entwickelt und bietet online-Qualifizierungsangebote an. Zudem existiere eine online-Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung.
     

    Workshop in unserer Aktiventagung Digitalisierung ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper Workshop

    Workshop-Arbeitsphase

    Die Kolleg*innen teilten sich dann in vier Workshops auf:

    Workshop Psychische Belastungen, moderiert von Peter Stoverink von der TBS – NRW
    Hier wurde über den Zusammenhang von Anforderungen, Belastungen und zunehmenden Stress, der krank machen kann, diskutiert. Es wurden diverse Belastungsfaktoren für die Beschäftigten besprochen und darüber, wie man Lösungen regeln kann, dass die Beschäftigten gesund bleiben.

    Workshop Homeoffice, moderiert von Carina Dejna und Sonja Detmer,
    Mitglieder des Betriebsrates der Wuppertaler Stadtwerke GmbH (WSW)
    Hier wurde über die Definition von Home-office und die Abgrenzung zu mobiler Arbeit und Telearbeit gesprochen, um für diese Unterschiedlichkeiten best-practise-Beispiele zu erörtern und weitere rechtliche Rahmenbedingungen festzustellen, die wir von der Politik fordern.

    Workshop Rationalisierung/Stellenabbau/Beschäftigungssicherung, moderiert von Uta Kupfer, Bereichsleiterin Bildungspolitik, ver.di-Bundesverwaltung, Berlin
    Hier wurde mit dem Schwerpunkt auf die Notwendigkeit der Aus- und Weiterbildung herausgearbeitet, dass die Rolle der Ausbildenden von den Unternehmen gestärkt werden müsse und dass permanent Qualifizierungen angeboten werden müsse, da viele Berufsbilder durch die Digitalisierung Zusatzqualifikationen erfordern. Dabei wurde festgestellt, dass es nicht mehr nur um einen Strukturwandel in den verschiedenen Branchen gehe, sondern dass in Wirtschaft und Gesellschaft ein übergreifender Transformationsprozess eingesetzt habe, der politisch so zu gestalten sei, dass die Beschäftigten nicht dequalifiziert würden, sondern als weiter entwickelte qualifizierte Fachkräfte von dieser Transformation auch profitieren.
    Dies sei vor allem auch deshalb wichtig, um die notwendige Akzeptanz bei den Beschäftigten für die Veränderungsprozesse zu entwickeln. Dabei könnten Weiterbildungsmoderator*innen genauso helfen, wie die Mischung aus digitalen und präsenten Weiterbildungsveranstaltungen.

    Workshop Neue Arbeitswelten, der von Sandra Mierich vom I.M.U – Institut der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) moderiert wurde.
    Hier wurde zunächst auf die vielfältigen Angebote des I.M.U bzw. der HBS hingewiesen, insbesondere auf die Datenbank mit vielen Betriebsvereinbarungen, die als Anregung für Verhandlungen genutzt werden kann. Im Workshop wurden die neuen Themen bzw. Herausforderungen zur neuen Arbeitswelt zusammengetragen und die Fragen diskutiert, welche Ursachen diese neuen Entwicklungen haben, wie man sie als BR/PR beeinflussen kann, welche Informationen dazu benötigt werden und was in einer Betriebsvereinbarung zu regeln ist.
     

    Aktiventagung Digitalisierung ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper Aktiventagung Digitalisierung

     Bei der Zusammentragung der Workshop-Ergebnisse wurde nochmals unterstrichen, dass wir als Gewerkschaften herausgefordert sind, angesichts der neuen digitalen Entwicklungen die Arbeitsorganisation human und sozial zu gestalten, Qualifikationen und Beschäftigung zu sichern und weiter zu entwickeln und bei allem darauf zu achten, dass auch zukünftig der Mensch entscheidet und die Technik unterstützend wirkt.