Tarifrunde ÖD 2018

    Tarifeinigung im öffentlichen Dienst erzielt

    Tarifeinigung im öffentlichen Dienst erzielt

    Bundestarifkommission empfiehlt Annahme des Verhandlungsergebnisses
    Frank Bsirske ver.di Frank Bsirske

    Bsirske: „Bestes Tarifergebnis seit vielen Jahren.“

    Die Bundestarifkommission hat in der vergangenen Nacht zum Mittwoch die Annahme des Angebotes und eine Mitgliederbefragung zum Ergebnis beschlossen.

    Die wichtigsten Einigungspunkte in Kürze:

    • Die Tarifeinigung sieht über einen Zeitraum von 30 Monaten eine Entgelterhöhung in drei Schritten (1. März 2018, 1. April 2019, 1. März 2020) um durchschnittlich 7,5 Prozent vor.
       
    • Für die Entgeltgruppen 1 bis 6 zusätzlich eine Einmalzahlung von 250 Euro.
       
    • Die Entgelttabellen wurden überarbeitet.
       
    • Auszubildende erhalten am 1. März 2018 50 Euro mehr und am 1. März 2019 noch einmal 50 Euro. Außerdem gibt es einen weiteren Tag Urlaub (also insgesamt 30 Tage).
       
    • Die Regelung zur Übernahme von Auszubildenden wird wieder in Kraft gesetzt bis zum 31.10.2020.
       
    • Betrieblichschulische Ausbildungsverhältnisse im Gesundheitsbereich sowie die Praxisorientierten Ausbildungsgänge zur Erzierhin/zum Erzieher (PiA) werden tarifiert.
       
    • Die Altersteilzeitregelung für ältere Beschäftigte bei Bund und VKA werden um 30 Monate verlängert.
       
    • Auf Spitzenebene werden Verhandlungen zu den Regelungen bei Leistungsminderung aufgenommen.
       
    • Die besonderen Stufenregelungen der Entgeltgruppe 2 und der Entgeltgruppe 9 a (handwerkliche Tätigkeiten) entfallen. (§ 16 VKA Abs. 1 Satz 2 und der Anhang zu § 16 VKA TVöD)
       
    • Die Jahressonderzahlung im Tarifgebiet Ost der Kommunen wird ab 2019 in 4 Schritten auf 100 Prozent der im Westen geltenden Bemessungssätze angehoben.
       
    • Der Zusatzurlaub bei Wechselschichtarbeit im Krankenhausbereich wird zum 1. Januar 2019, zum 1. Januar 2020 und zum 1. Januar 2021 jeweils um einen zusätzlichen Urlaubstag bei entsprechender Veränderung der Höchstgrenzen erhöht. Zusätzlich werden 2022 die Höchstgrenzen um einen weiteren Urlaubstag erhöht.

     
    Die Mitgliederdiskussion, welche mit einer Mitgliederbefragung zur Annahme des Tarifergebnisses verbunden ist,  wird in den Betrieben durchgeführt.
     

     
    Viele weitere Informationen zur Tarifeinigung gibt es im Flugblatt, daß wir Euch im Downloadbereich bereit gestellt haben.

     

    Flugblatt Tarifeinigung Bund und VKA 17.04.2018 ver.di Flugblatt Tarifeinigung Bund und VKA 17.04.2018
    Flugblatt Tarifeinigung TVV ver.di Flugblatt Tarifeinigung TVV
    Flugblätter ver.di-Jugend zur Tarifeinigung ver.di-Jugend Flugblätter ver.di-Jugend zur Tarifeinigung

     
     
     

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    Durchbruch im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen – Bsirske: "Bestes Tarifergebnis seit vielen Jahren"

    18.04.2018

    Bei den Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Beschäftigten im öf-fentlichen Dienst von Bund und Kommunen wurde eine Einigung erzielt. Der neue Tarifvertrag soll am 1. März 2018 in Kraft treten.

    7,5 Prozent Lohnerhöhung bei 30 Monaten Laufzeit, darauf haben sich die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes in Potsdam verständigt. Der Verhandlungsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske sprach vom "besten Ergebnis seit vielen Jahren". Besonders hohe Zuwächse habe man in den Bereichen vereinbaren können, in denen der öffentliche Dienst die größten Personalgewinnungsprobleme auf dem Arbeitsmarkt hat: Bei Fach- und Führungskräften, Technikern, Ingenieuren, IT-Fachleuten und bei den sozialen Berufen, betonte Bsirske.

    Der ver.di-Vorsitzende hob hervor, dass es zugleich gelungen sei, auch für Beschäftigte in den unteren und mittleren Entgeltgruppen einen deutlichen Sprung nach oben zu sichern. Bsirske: "100 Euro mehr an Ausbildungsvergütung und eine Anhebung der Löhne um durchschnittlich 10 Prozent bei Beschäftigungsbeginn. Dies erhöht die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. Das ist wichtig, weil alle Bürgerinnen und Bürger auf einen funktionsfähigen öffentlichen Dienst angewiesen sind."

    Die Warnstreiks von 220.000 Beschäftigten in den letzten Tagen hätten dazu beigetragen, dass jetzt ein Durchbruch erzielt werden konnte, unterstrich der ver.di-Vorsitzende. Er begrüßte zugleich, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer in den Verhandlungen die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten zugesagt habe.

    Nach einer intensiven Diskussion hat die Bundestarifkommission den ver.di-Mitgliedern für die anstehende Mitgliederbefragung die Annahme des Ergebnisses empfohlen.