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    Personalausstattung in Krankenhäusern: Chance zu Verbesserung …

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    Personalausstattung in Krankenhäusern: Chance zu Verbesserung der Personalsituation

    Krankenhäuser

    Im Zusammenhang mit der anstehenden Krankenhausreform fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) eine deutliche Aufstockung der Mittel für das Sofortprogramm gegen Personalnot und mittelfristig die Entwicklung verbindlicher Vorgaben zur Personalausstattung in Krankenhäusern. „Dass Krankenhausmanager beim Thema Personalbemessung auf die Ver-antwortung der Politik verweisen und die Politik auf die Zuständigkeit des Managements ist ein böses Schwarzes-Peter-Spiel auf Kosten der Patienten und Beschäftigten und muss beendet werden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied, Sylvia Bühler anlässlich einer ver.di-Konferenz in Bad Neuenahr. ver.di begrüße die von Bund und Ländern geplante Expertenkommission. „Wir erwarten, dass diese in Anbetracht der heiklen Situation noch im Frühjahr eingesetzt wird“, so Bühler.

    Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, seit Januar 2015 Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, erläuterte die von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeiteten Eckpunkte zur Krankenhausreform 2016. „Für eine qualitativ hochwertige Versorgung ist ausreichend und gut ausgebildetes Personal notwendig. Wir haben daher beispielsweise mit den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern vereinbart, dass die Ausbildungskapazitäten in der Krankenpflege jährlich um zehn Prozent gesteigert werden. Umgesetzt wird dies im Rahmen einer Fachkräfteinitiative mit allen relevanten Akteuren des Gesundheitswesens und der Pflege in Rheinland-Pfalz bis Ende 2015. Neben der Ausbildung müssen wir aber auch unseren Blick auf die Beschäftigungsbedingungen richten, damit das Personal im Krankenhaus möglichst lange im Beruf verweilt“, betonte sie.

    Nach Erhebungen von ver.di fehlen bundesweit in den Kliniken rund 162.000 Beschäftigte, um gute Arbeit zu leisten, davon allein 70.000 in der Pflege. Von den rund vier Milliarden Euro, die die anstehende Krankenhausreform kosten solle, müsse ein erheblich größerer Teil als die bislang geplanten 660 Millionen Euro beim Personal ankommen, betonte Bühler. Wenn für 2016 nur rund 2.000 zusätzliche Stellen geschaffen würden, sei das reine Symbolpolitik und berücksichtige nicht die dramatischen Folgen für die Patienten und für das Pflegepersonal. Besonders gefährlich sei die Personalausstattung in der Nacht. Im Schnitt müsse eine Pflegekraft allein 25 Patienten betreuen, Hygie-nevorschriften könnten oft nicht eingehalten und pflegebedürftige Patienten nicht ausreichend versorgt werden. Gesetzlich vorgeschriebene Pausen seien die Ausnahme und nicht die Regel.

    Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler sieht in der Einrichtung der Expertenkommission beim Bundesministerium für Gesundheit ein sinnvolles Vorgehen, um den Personalbedarf einschließlich der Finanzierung durch DRG-Fallpauschalen oder über ausdifferenzierte Zusatzentgelte zu ermitteln. Bis dahin soll das neue Pflegestellenförderprogramm kurzfristig mehr Pflegekräfte an die Betten bringen.