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    ver.di ruft Beschäftige zu ersten Warnstreiks auf

    Sozial- und Erziehungsdienst

    ver.di ruft Beschäftige zu ersten Warnstreiks auf

    Soziale Berufe aufwerten

    In den Tarifverhandlungen zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks auf. „Die Anforderungen an die Beschäftigten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie leisten die Arbeit pädagogischer Fachkräfte und müssen auch entsprechend bezahlt werden“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Die Arbeitgeber haben zwar in der ersten Verhandlungsrunde die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe betont, sehen aber dennoch keine Notwendigkeit zur besseren finanziellen Bewertung dieser Tätigkeiten. Deshalb werden die Beschäftigten ein Zeichen setzen, wie wichtig ihre Arbeit tatsächlich ist.“

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    Warnstreiks sind unter anderem in den nächsten Tagen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen geplant. Betroffen sind Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Sozial- und Jugendämter, Werkstätten und Wohnheime für behinderte Menschen, Kinder- und Jugendheime, Jugendhilfeeinrichtungen und auch Krankenhäuser (Sozialdienst). In den betroffenen Kindertagesstätten werden die Eltern von ver.di rechtzeitig informiert.

    Zum kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen.

    Die Tarifverhandlungen werden am 23. März 2015 in Münster fortgesetzt. ver.di fordert von der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.

    Die Forderungen werden dabei sowohl von den Teilnehmern der Tarifkonfe-renz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterstützt, die sich in einer Resolution für eine Aufwertung der sozialen Berufe stark machen, als auch von der Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (akmas), die unter anderem zur Teilnahme an gewerkschaftlichen Aktionen aufruft. In den sozialen Einrichtungen der AWO arbeiten bundesweit ca. 200.000 Beschäftigte, in den Einrichtungen der Caritas im Bereich Sozial- und Erziehungsdienste bundesweit ebenso viele.