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    20.000 Streikende sind ein deutliches Signal

    Postdienste, Speditionen und Logistik

    20.000 Streikende sind ein deutliches Signal

    Deutsche Post AG

    Erneut haben sich heute bundesweit rund 10.000 Zustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post AG an den von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ausgerufenen Warnstreiks beteiligt. Bereits gestern hatten in allen 16 Bundesländern mehr als 10.000 Brief- und Paketzusteller die Arbeit zeitlich befristet niedergelegt. „Das ist ein deutliches Signal der Beschäftigten. Der Postvorstand muss seiner Verantwortung als Tarifvertragspartei nachkommen und in der nächsten Verhandlungsrunde am 14. April ein seriöses Angebot vorlegen“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

    ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifkräfte eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Mit dem Aufbau von 49 Regionalgesellschaften für die Paketzustellung flieht die Deutsche Post AG aus dem bestehenden Haustarifvertrag und bricht den ebenfalls mit ver.di abgeschlossenen Vertrag zum Schutz vor Fremdvergabe in der Zustellung. Für diesen Schutz verzichten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich soll der Vertragsbruch kompensiert werden.

    Unterdessen warnte die Gewerkschaft das Unternehmen vor weiteren Rechtsbrüchen. Sollte die Deutsche Post AG versuchen, den durch die Warnstreiks entstandenen Rückstau von Sendungsmengen durch die neu gegründeten und dementsprechend betriebsratslosen Regionalgesellschaften über die Osterfeiertage zustellen zu lassen, müsste dies durch die Gewerbeaufsicht bewilligt werden. Andernfalls drohten empfindliche Geldbußen.

    Die nächste Verhandlungsrunde ist am 14. April in Berlin. Bis dahin werde man die Arbeitskampfmaßnahmen aussetzen, teilt die Gewerkschaft mit.