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    Pflegeberufe: ver.di will Rahmenbedingungen für praktische Ausbildung verbessern

    Mit betrieblichen Modellprojekten will die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in den kommenden Monaten für eine deutliche Verbesserung in der praktischen Pflegeausbildung sorgen. Rund 30 Prozent der Auszubildenden in den Pflegeberufen seien mit ihrer Ausbildung unzufrieden, insbesondere die praktische Ausbildung werde kritisiert. „Der Personalmangel in der Pflege ist die Hauptursache, dass oft die Zeit fehlt, Auszubildende im praktischen Teil der Ausbildung anzuleiten“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Donnerstag anlässlich der ver.di-Bundesjugendkonferenz für das Gesundheits- und Sozialwesen in Berlin.

    Insgesamt gebe es derzeit bundesweit rund 130.000 Auszubildende in den Pflegeberufen bei steigender Tendenz. Den Erhebungen im ver.di-Ausbildungsreport Pflegeberufe zufolge sei ein erheblicher Teil der Auszubildenden von den mangelhaften Bedingungen in der praktischen Ausbildung in Einrichtungen der Altenpflege sowie in Krankenhäusern betroffen. „Wenn Pflegeschülerinnen im Krankenhaus oder im Pflegeheim aufgrund des Zeitmangels Hemmungen haben, examinierte Pflegekräfte etwas zu fragen oder um Hilfe zu bitte, dann ist das eine unhaltbare Situation“, so Bühler. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden erhalte keine Anleitung während praktischer Einsätze, 54 Prozent würden kurzfristig versetzt, etwa zur Aushilfe; an freie Urlaubsplanung für Auszubildende sei vielerorts nicht zu denken.

    Um dies zu ändern, will ver.di in mehr als 30 ausgewählten Betrieben mit rund 10.000 Auszubildenden unter dem Motto „Praktisch. Besser. Jetzt!“ gemeinsam mit den Betroffenen an einer Verbesserung der Ausbildungsqualität arbeiten. Ziel sei es, zusammen mit Jugend- und Auszubildendenvertretungen, Betriebs- und Personalräten sowie Mitarbeitervertretungen zu verbindlichen Regelungen für die praktische Ausbildung in Form von Betriebs- oder Dienstvereinbarungen zu kommen. „Wer es ernst meint mit der Aufwertung der Pflegeberufe, muss bei der Ausbildung anfangen. Nur so kann dem Fachkräftemangel begegnet werden“, so Bühler. „Auszubildende haben ein Recht auf gute Ausbildung. Sie bildet im Übrigen auch die Grundlage für eine gute Versorgung aller Pflegebedürftigen.“