Nachrichten

    Richtig aufwerten

    Sozial- und Erziehungsdienst

    Richtig aufwerten

    Info (01/2014)

    ver.di-Bundestarifkommission stellt die Weichen für die Aufwertung der Sozialen Arbeit.
    Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst jetzt vorbereiten.

    Die Aufwertungskampagne für den Sozial- und Erziehungsdienst soll 2015 fortgeführt werden.
    Da ist ein Blick zurück und nach vorn sinnvoll:

    • In 2009 konnten wir mit vereinten Kräften die Verluste durch weggefallene Aufstiege und Zulagen ausgleichen und beschlossen: „Wir kommen wieder!“
    • Jetzt ist es soweit. Die ver.di-Bundestarifkommission (BTK) hat die Weichen für Tarifverhandlungen zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) 2015 gestellt.

    Richtig aufwerten: Die materielle Aufwertung steht im Mittelpunkt
    Tatsache ist: Die letzte tarifliche Neubewertung des SuE ist fast ein Vierteljahrhundert alt. Seitdem haben sich die Anforderungen an die Erzieher/-innen und Kinderpfleger/-innen, die Sozialpädagogen/-innen und Sozialarbeiter/-innen, die Fachkräfte in den Behinderteneinrichtungen und alle anderen Beschäftigten im SuE rasant erhöht und die Erwartungen entsprechend zugenommen. Die Bedeutung von Weiterbildungen in diesem Tätigkeitsfeld ist hoch, wird von den Beschäftigten anerkannt und eingelöst. Berücksichtigung findet das bei der Bezahlung jedoch nicht. Eine Veränderung der Bewertung dieser Tätigkeiten ist 2015 unser Thema.

    Richtig aufwerten: Das Thema ist festgelegt
    Tatsache ist: Die Probleme bei der Eingruppierung sind offenkundig, von der grundlegenden Bewertung der Tätigkeiten in allen Arbeitsfeldern bis zur Eingruppierung von Leitungskräften (Bemessungsgröße Kinderzahlen) oder Beschäftigten in der Behindertenhilfe.
    Richtig ist auch: Neben der Eingruppierung gibt es viele andere Probleme: Personalschlüssel, Arbeitsbedingungen, Altersübergänge usw. Aber die Aufwertung des Berufsfeldes ist am besten durch eine angemessene Bezahlung zu erreichen. Und an den anderen Fragen arbeiten wir auf Länderebene und in den Betrieben und Dienststellen.

    Richtig aufwerten: Wirksamkeit nach innen und außen vorbereiten
    Die Bundestarifkommission hat sich am 16./17. Oktober 2014 in Berlin mit den Rahmenbedingungen der Aufwertungsforderung befasst. Am 18. Dezember 2014 wird sie die Forderungen beraten, tarifpolitisch bewerten und die damit verbundenen Entscheidungen treffen.

    Wesentliche Punkte aus der Diskussion in der BTK sind:

    • Erfolgsbedingung für uns ist die trägerübergreifende Solidarität. Der TVöD ist die „Leitwährung“ für die Gestaltung von Arbeitsbedingungen bei allen Trägern der Sozialen Arbeit – wir arbeiten träger- und fachbereichsübergreifend zusammen.
    • Maßzahl unserer Stärke ist der Organisationsgrad. Die Mitgliedergewinnung muss bei allen Aktivitäten berücksichtigt werden.
    • Für erfolgreiche Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ist die positive Wirkung in der Öffentlichkeit mitentscheidend. Wir müssen in der Lage sein, unser Anliegen allen verständlich zu machen.
    • Wir diskutieren bisher über Eingruppierungsmerkmale mit etwa 50 Einzelpositionen. An einer griffigen Zuspitzung wird gearbeitet.

    Richtig aufwerten – Richtig dabei
    Tatsache ist: Die kommunalen Arbeitgeber haben 2009 eine Aufwertung verweigert und sich hinter der Regelung von 1991 verbarrikadiert. Wir haben zwar die besseren Argumente, aber das alleine wird nicht reichen. Denn Tariffragen sind Machtfragen – und wenn wir die Barrikaden einreißen wollen, müssen wir alle an einem Strang ziehen.

    Fazit: Jetzt organisieren, Mitglied werden und aktiv die Aufwertung mit vorbereiten - für eine zeitgemäße und gerechte Eingruppierung!


    ____________________

    Richtig angefangen.

    • 26. September 2014:
      Die ver.di-Bundestarifkommission (BTK) kündigt die Eingruppierungsregelungen für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) zum Ende des Jahres 2014.
    • 16./17. Oktober 2014:
      Die BTK verschafft sich einen Überblick über die Rahmenbedingungen der Aufwertungskampagne SuE 2015; die Beschlussfassung über die Forderung und die Bildung einer Verhandlungskommission wird für die Dezembersitzung festgelegt.
    • 14./15. November 2014:
      Die traditionelle „Kasseler Konferenz“ (ver.di-Tarifkonferenz des Sozial- und Erziehungsdienstes) wird – diesmal in Göttingen – zur fachlichen Zusammenfassung der bisherigen Forderungsdiskussion und zur Verabredung der weiteren Schritte zusammentreten.
    • 18. Dezember 2014:
      Die Bundestarifkommission wird die Forderung beschließen und eine Verhandlungskommission bestimmen.
    • Anfang 2015
      sollen die Verhandlungen beginnen.

    Die Entscheidung für die Aufwertungskampagne ist getroffen. Die Vorbreitungen auf allen Ebenen haben begonnen.