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    AWO: weiterer Streik geplant

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    AWO: weiterer Streik geplant

    Tarifrunde AWO NRW 2014

    Urabstimmung wird nicht mehr ausgeschlossen

    Die 5. Verhandlungsrunde für die 36.000 Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen ist in der Nacht zu Freitag ohne Ergebnis auf den 11. Dezember vertagt worden. „Wir waren einigungsfähig, aber zum Schluss haben die Arbeitgeber Ihre Ideologie der Abkopplung vom Tarifniveau öffentlichen Dienst höher bewertet als einen tragbaren Kompromiss“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer. „Den Häuptlingen wollten sie mehr geben und die Indianer sollten weniger bekommen“, so Cremer. „Wenn vorgeschlagen wird, dem Geschäftsführer 100 Euro mehr zu geben als  der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst vorsieht, die Erzieherin aber mit 32 Euro weniger nach Hause geschickt wird, stimmt etwas nicht“. Ihm fehle dafür jedes Verständnis, zumal der AWO-Bundesverband in Berlin für seine Beschäftigten am 17. November eine Tarifeinigung mit ver.di erzielt hat, deren Volumen noch über dem Abschluss des öffentlichen Dienstes liegt. „Den AWO-Geschäftsführern in NRW geht es offenbar um eine Machtprobe mit den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft. Die können sie haben“, sagte Cremer. Erstmalig in der Geschichte der AWO NRW wird eine Urabstimmung nach der nächsten Verhandlungsrunde nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fall werde es am 10. Dezember, einen weiteren Streiktag geben.

    Die AWO-Tarifkommission der Gewerkschaft hat am Freitagmittag in Düsseldorf zudem eine Kampagne mit dem Titel „Mitten ins Herz“ beschlossen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde sollen Kita-Eltern, Heimbewohner und Angehörige über die Arbeitsverhältnisse in den AWO-Einrichtungen informiert werden. Die vielen teilzeitbeschäftigten Frauen, die wegen Personalmangel ständig aus ihrer Freizeit zu Diensten ohne Überstundenzuschläge herangezogen werden, sollen diese Dienste bis zu einem akzeptablen Tarifabschluss verweigern. Mit SPD-Landtagsabgeordneten, die in Doppelfunktion Verantwortung für die AWO tragen, will man kurzfristig offene Gespräche führen. „Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft werden die AWO in allen Bereichen an ihre eigenen Grundsätze erinnern“, sagte der ver.di-Verhandlungsführer. Die Beschäftigten hätten ihre Arbeitsanforderungen übererfüllt, für die Kassenlage seien die Geschäftsführer verantwortlich.