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    Wir tragen rot!

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Wir tragen rot!

    Kircheninfo (27/2015)
    Kircheninfo (27/2015) ver.di Kircheninfo (27/2015)  – Wir tragen rot

    Mehr von uns ist besser für alle

    ver.di prägte in diesem Jahr in vielfacher Hinsicht das Geschehen in diversen Dienstleistungsbranchen. Nicht immer erfolgreich auf der ganzen Linie, Kompromisse waren häufig einzugehen. Eines aber kann man unserer Gewerkschaft nicht absprechen: Immer wurden Themen angepackt, die weit über die eigene Mitgliedschaft hinaus die ganze Gesellschaft betreffen. Zwei Themen wurden in besonderer Weise auch von unserem Fachbereich Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bewegt: die Aufwertung sozialer Berufe und der dramatische Personalmangel in deutschen Krankenhäusern. Beteiligt waren daran nicht wenige Beschäftigte aus Kirchenbetrieben.

    Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus den kommunalen Sozial- und Erziehungsdiensten streikten über Wochen auch Kita-Beschäftigte in kirchlichen Kitas, beteiligten sich Hunderte von Arbeitnehmer/innen aus Diakonie und Caritas an Aktionen und Aktivitäten, um eine Aufwertung der Sozialberufe durchzusetzen. Das Ergebnis, nach langwierigen Verhandlungen erzielt, ist bekannt (nachzulesen unter www.soziale-berufe-aufwerten.de). Niemand war so richtig zufrieden. Stolz waren alle trotzdem, denn das Thema Aufwertung ist gesetzt und wird nicht mehr in der Versenkung verschwinden. Es wird uns weiter beschäftigen, nicht zuletzt in den Kirchenbetrieben. Man darf gespannt sein, ob sich die kirchlichen Arbeitgeber umstandslos bereit finden, die Ergebnisse der Verhandlungen in die kirchlichen Regelungen zu übertragen. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe lief noch die Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis im Öffentlichen Dienst. Die Empfehlung der Bundestarifkommission lautete auf Annahme des Verhandlungsergebnisses.

    Ein anderes Feld der politischen Auseinandersetzung ist die dramatische Personalsituation in den Kliniken.162.000 Stellen fehlen, darunter 70.000 Pflegekräfte. ver.di bewegt das Thema seit langem. An der Charité in Berlin wurde sogar gestreikt. Auch sehr viele Beschäftigte kirchlicher Krankenhäuser beteiligen sich immer öfter an den ver.di-Aktivitäten für eine gesetzliche Personalbemessung. Das ist eine tolle Entwicklung. Denn auch in christlichen Häusern ist die Personalstärke nicht berauschend. Widerstand ist deshalb auch hier das Gebot der Stunde. Sicher haben auch die Arbeitnehmer/innen der christlichen Häuser dazu beigetragen, dass die Unterschriftensammlung an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages für eine gesetzliche Personalbemessung so erfolgreich verlaufen ist: 170.000 Unterzeichner/innen haben dafür gesorgt, dass das Thema weiter auf der politischen Tagesordnung stehen wird.

    Zwei Beispiele für das Wirken von ver.di: Unverzichtbar. Kraftvoll. Wirksam. Auch im kirchlichen Bereich. Allerdings, wer Augen hat zu sehen, wer Ohren hat zu hören, wird bestätigen: Ohne eine deutliche Stärkung von ver.di werden wir auch im kirchlichen Bereich die zum Teil heftigen Verwerfungen bei den Arbeitsbedingungen nicht beseitigen können. Selbstverständlich gilt dies auch für das vordemokratische Arbeits(un)recht der Kirchen.

    Also, heute noch deine Kollegin, deinen Kollegen fragen: Willst du nicht mitmachen, bei ver.di? Denn: Mehr von uns ist gut für alle.

    Eure Kirchen.info-Redaktion