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    Schwierige Verhandlungen begleitet von Streiks

    Sozial- und Erziehungsdienst

    Schwierige Verhandlungen begleitet von Streiks

    Soziale Berufe aufwerten

    Die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst werden auch heute, am 3. Juni, in Berlin fortgesetzt. Schwierig sind die Verhandlungen, weil das sogenannte Angebot der Arbeitgeber mehr als dürftig ist.

    Gestern waren über 21.000 Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen bei einer Großkundgebung in Stuttgart auf den Beinen, um die Verhandlungen zu unterstützen – doppelt so viele, wie erwartet. Untermalt von Trillerpfeifen und Trommeln machten sie deutlich, wie wichtig und anstrengend ihr Beruf ist und forderten erneut Wertschätzung sowie finanzielle Anerkennung. Deutliche Worte waren auf den Plakaten zu lesen: „Wir trinken nicht nur Kaffee...“, „Sozialer Dienst – Come in and burn out“ und „EINIGT EUCH!!!“

    In der Woche zuvor waren allein in Hamburg und Frankfurt 30.000 Streikende auf den Straßen gewesen. ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske hatte in seiner Rede die Sorgen und Nöte der Beschäftigten in den Kitas, im sozialen Bereich, in den Jugendämtern, der Psychiatrie, der Behinderten-, Familien und Drogenhilfe verdeutlicht. Es gehe nicht an, dass die „Arbeit an Menschen“ weniger wert sein solle, als die des „Facharbeiters in der Industrie für seinen Umgang mit Maschinen“. Das Argument des VKA, die Gewerkschaftsforderungen seien nicht bezahlbar, sei falsch: „Das ist eine gezielte Irreführung der Öffentlichkeit!“

    Begleitend zu den Streiks gab und gibt es überall Notbetreuungen, die Plätze werden sogar erhöht. Sehr viele Menschen haben verstanden, dass sich ihr Unmut an die Arbeitgeber und die Politik richten muss. So wächst die Zahl der Unterstützer täglich. Bereits über 12.500 Menschen haben bis zum 3. Juni ihre Stimme für eine Aufwertung der Sozialen- und Erziehungsberufe gegeben. Auch zahlreiche Organisationen, Elternvertretungen und Interessenvertretungen unterstützen die Aufwertungskampagne. Eltern, die ihren Unmut an die politisch Verantwortlichen richten möchten, finden eine vorbereitete Protestmail auf der Kampagnenseite.

    ver.di fordert für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst eine spürbare Aufwertung, nicht nur mit schönen Worten. Durchschnittlich zehn Prozent mehr Einkommen soll eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale bringen. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern aber auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.