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    Sozial- und Erziehungsdienst: Kirchenbeschäftigte aktiv

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    Sozial- und Erziehungsdienst: Kirchenbeschäftigte aktiv

    Kircheninfo (26/2015)
    Kircheninfo (26/2015) ver.di Kircheninfo (26/2015)  – Kirchenbeschäftigte aktiv

    Kirchenbeschäftigte wollen Aufwertung

    Nicht nur Zuschauer

    »Aufwerten jetzt!« Unter diesem Motto fordern die rund 220.000 Beschäftigten der kommunalen Sozial- und Erziehungsdienste eine bessere Eingruppierung. Und nicht nur sie. Auch ihre Kolleginnen und Kollegen in Einrichtungen von Diakonie, Caritas und Verfasster Kirche haben eine bessere Bezahlung verdient. Das machen sie durch Informationsveranstaltungen, Solidaritätsaktionen und ihre Teilnahme an Streikkundgebungen deutlich.

    Ob bei Caritas oder Diakonie – Belegschaftsvertreter/innen zeigen Solidarität mit den Streikenden im öffentlichen Dienst. »Auch in Kirche und Diakonie ist die Aufwertung aller Kolleginnen und Kollegen, die im Sozial- und Erziehungsdienst arbeiten, dringend notwendig und längst überfällig«, heißt es in einer Erklärung der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaften und Gesamtausschüsse der Mitarbeitervertretungen im diakonischen Bereich (agmav+ga). Sie appelliert an die betroffenen Berufsgruppen: »Beteiligt euch mit eigenen Aktionen und der Teilnahme an den gewerkschaftlichen Veranstaltungen!«

    Eine ähnliche Stellungnahme verbreitet die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (ak.mas). »Ob im Kindergarten, im Krankenhaus, im Altenheim, in den Behindertenwerkstätten oder in den Beratungsstellen – die Caritas- Beschäftigten arbeiten am Limit«, heißt es dort. Im Vergleich zur Privatwirtschaft werde soziale Arbeit völlig unter Wert vergütet. »Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission sieht sich mit ihren Forderungen auf gleicher Linie mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Sie ruft die Caritas-Beschäftigten dazu auf, die Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst zu unterstützen.«

    Auch die Belegschaften kirchlicher Einrichtungen würden von einem Erfolg im kommunalen Tarifkonflikt profitieren – zumindest indirekt. Denn das gestiegene Lohnniveau würde Diakonie und Caritas dazu zwingen, die Bezahlung ebenfalls anzuheben, wollen sie in der Konkurrenz um dringend benötigte Fachkräfte nicht das Nachsehen haben. Zwischen den Zeilen bestätigt das selbst die Dienstgeberseite in der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) der Caritas. Deren Sprecherin Lioba Ziegele betont in einer Pressemitteilung: »Wenn die Erzieherinnen und Erzieher in kommunalen Kindertagesstätten künftig im TVöD vier Lohngruppen höher eingestuft werden, wie die Gewerkschaft ver.di und die Mitarbeiterseite der AK Caritas es derzeit fordern, bringt der Dominoeffekt das Gehaltsgefüge beispielsweise unserer Einrichtungen in der Behindertenhilfe aus dem Lot.« Das bedeute auch für die Kommunen höhere Kosten, »denn dieser Bereich ist rein öffentlich finanziert«.

    Die Linie der Caritas-Spitze ist also dieselbe wie die der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA): In Sonntagsreden werden der Wert der sozialen Arbeit gepriesen und eine Aufwertung gefordert, eine angemessene Bezahlung dann aber mit Verweis auf die Kosten kategorisch verweigert. Dabei schreiben die Kirchen selbst regelmäßig, dass Geld genug vorhanden, es aber ungleich verteilt sei. [...]