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    Streik in 1.000 Kitas!

    Sozial- und Erziehungsdienst

    Streik in 1.000 Kitas!

    Soziale Berufe aufwerten

    Ab Montag (11.5.) werden 1.000 kommunale Kitas unbefristet bestreikt. An den Arbeitsniederlegungen, die alle Landesteile betreffen, sollen  rund 10.000 Beschäftigte teilnehmen. Viele Kitas werden geschlossen bleiben. Auch in Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe, offenen Ganztagsschulen, Behinderteneinrichtungen und Sozialdiensten hat die Gewerkschaft ver.di zu Streiks aufgerufen. Schwerpunkte der Aktionen sind das Ruhrgebiet, das Rheinland und Ostwestfalen.

    Die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes hatten sich in einer Urabstimmung mit 93,44 Prozent für den Streik ausgesprochen. In etlichen Einrichtungen in NRW haben sich 100 Prozent der Mitglieder für unbefristete Streiks ausgesprochen. Vorher waren fünf Verhandlungsrunden mit der Vereini-gung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und bundesweite Warnstreiks ohne ein Angebot für die 240.000 Beschäftigten geblieben. „Die Sankt-Nimmerleins-Nummer der Arbeitgeber hat zu der Eskalation geführt. Und nun wollen sich die Täter auch noch zu Opfern stilisieren“, kritisierte die nordrhein-westfälische ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Die Gewerkschaft fordert eine Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst durch eine neue Eingruppierung. Dies würde eine durchschnittliche Lohnerhöhung von zehn Prozent bedeuten. ver.di verhandelt gemeinsam mit der GEW und dem dbb.

    Eltern sind informiert

    Die betroffenen Kita-Eltern wurden bereits über die Streiks und ihre Rechte gegenüber den kommunalen Trägern und den jeweiligen Arbeitgebern informiert. In besonders hart betroffenen Städten und Gemeinden will ver.di mit den zuständigen Verwaltungen für die Einrichtung von einzelnen Notgruppen sorgen. ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt appellierte an die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen, den Beschäftigten zu ermöglichen, in Ausnahmefällen das Kind zur Arbeit mitzubringen, sofern dies machbar sei.

    „Der Druck von Beschäftigten und Eltern auf Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und Verbandsfunktionäre soll so groß sein, dass schnellstens ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird“, sagte Gabriele Schmidt, Leiterin des größten Landesbezirks NRW. Der unbefristete Streik könne noch abgewendet werden, wenn es vorher eine Einigung gibt. „Wir diskutieren nicht, ob es eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe gibt, sondern wann sie durch den unbefristeten Streik endlich Realität wird“, so die ver.di-Landesleiterin.