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    Hilferufe aus dem Krankenhaus

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Hilferufe aus dem Krankenhaus

    ver.di lädt zur öffentlichen Lesung von Gefährdungsanzeigen ein

    Der Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen der Gewerkschaft ver.di in Wuppertal-Niederberg lädt am 30. November von 12:00 bis 13:00 Uhr auf dem Geschwister-Scholl-Platz zu einer öffentlichen Lesung von Gefährdungsanzeigen aus Krankenhäusern ein. Beschäftigte in Krankenhäusern schildern in diesen Anzeigen anschaulich die Überlastung und den Personalmangel, der zur Gefahr für Personal und Patient/innen wird.

    Anlass der Aktion ist die Anhörung der Krankenhauspetition für mehr Personal in der Sitzung des Petitionsausschusses des deutschen Bundestags am gleichen Tag (30.11.2015, 12:00 bis 13:00 Uhr).

    Ver.di hatte die Petition eingereicht und in kurzer Zeit mehr als 180.000 Unterschriften gesammelt. Hat eine Petition 50.000 Unterstützer/innen, muss sich der Petitionsausschuss in einer öffentlichen Anhörung mit dem Thema beschäftigen. Ver.di hat das Quorum um mehr als das Dreifache überschritten und damit die Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung im Krankenhaus auf die politische Agenda gesetzt.

    Hintergrund für die Eingabe an den Petitionsausschuss ist die unverändert dramatische Personalsituation in den Kliniken. Nach ver.di-Berechnungen fehlen bundesweit 162.000 Stellen, darunter 70.000 Pflegekräfte, in den Krankenhäusern. ver.di macht sich bereits seit längerem für eine gesetzliche Personalbemessung stark. Die Politik wisse um die dramatischen Engpässe und die damit verbundenen Risiken für Patienten und Beschäftigte, mahnt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Die Zustände in den Krankenhäusern sind beschämend und sie sind gefährlich. Die Beschäftigten in den Krankenhäusern wollen sich angemessen um die Patienten kümmern können, die Personalknappheit macht ihnen das aber unmöglich. Die schlechten Arbeitsbedingungen machen die, die sich um Kranke kümmern, selbst krank“, erklärte Bühler. Von der Politik sei es zynisch, weiter darauf zu setzen, dass es der Markt irgendwann richten werde. „Die Verantwortung für eine sichere Versorgung liegt bei der Bundesregierung. Ein Gesetz für eine Personalbemessung im Krankenhaus mit entsprechender Finanzierung ist überfällig“, betonte Bühler.