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    Öffentlicher Dienst

    Arbeitgeber provozieren mit „Angebot“ - ver.di ruft erneut zu Warnstreiks auf

    Tarif- und Besoldungsrunde 2016 mit Bund und VKA

    Statt der gesellschaftlich wichtigen Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst mit Wertschätzung zu begegnen, konfrontieren die Arbeitgeber die Beschäftigten mit einem Reallohnverlust. In der zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber jahresbezogene Lohnsteigerungen von 0,6 Prozent in 2016 und 1,2 Prozent in 2017 „angeboten“.

    „Das ist ein Akt bodenloser Dreistigkeit. Vor dem Hintergrund, dass die öffentlichen Haushalte mit fast 30 Milliarden Euro einen noch nie dagewesenen Überschuss verbuchen konnten, ist dieses „Angebot“ eine Provokation der Beschäftigten im öffentlichen Dienst! Der Abstand gegenüber der Lohnentwicklung in der Privatwirtschaft würde weiter wachsen. Die öffentlichen Arbeitgeber würden weiter an Attraktivität verlieren. Angesichts der von den Kommunen beschriebenen Fachkräftebedarfe ein völlig widersprüchlicher Schritt. Mit der Forderung nach weiteren Kompensationen im Bereich der Entgeltordnung und der betrieblichen Alters- und Zusatzversorgung, sorgen die Arbeitgeber für weitere Provokation“, formuliert Daniel Kolle, Bezirksgeschäftsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Wuppertal-Niederberg, deutliche Kritik am „Angebot“ der Arbeitgeberseite in den laufenden Tarifverhandlungen.

    „Unsere Antwort ist stark und entschlossen. Vor der dritten Verhandlungsrunde am 28. und 29. April 2016 in Potsdam rufen wir die Beschäftigten in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes im Bezirk Wuppertal-Niederberg am Mittwoch, dem 27. April 2016 in den ganztägigen Warnstreik. Im gesamten Bezirk sind von den Kindertagesstätten, über die Stadtverwaltung, bis zur Müllabfuhr alle Bereiche der öffentlichen Verwaltungen betroffen. Wir setzen das deutliche Signal: Mit Almosen lassen sich die Beschäftigten nicht abspeisen. Es ist nun an den Arbeitgebern ernsthaft verhandlungsfähige Angebote vorzulegen, statt weiter mit Provokationen für Eskalation zu sorgen“, so der Gewerkschafter weiter.

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten. Zudem will ver.di sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen abschaffen und die unbefristete Übernahme der Auszubildenden regeln. Angestrebt wird die inhaltsgleiche Übertragung des Tarifabschluss auf die Bundesbeamtinnen und -beamten.