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    Gemeinsam statt gegeneinander: Langzeitarbeitslose und Jobcenter-Beschäftigte …

    Gemeinsam statt gegeneinander: Langzeitarbeitslose und Jobcenter-Beschäftigte dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di teilt die wesentlichen Kritikpunkte der Erwerbslosen-Initiativen, die an diesem Donnerstag zu einem Aktionstag gegen die Hartz-Gesetze und ihre mögliche Verschärfung aufrufen. In Wuppertal ruft der Sozialhilfeverein Tacheles bereits am Mittwoch zu einer Kundgebung vor dem Rathaus auf. Die Erwerbslosen-Initiativen und auch Tacheles kritisieren den existenziellen Druck, der im Zuge der Hartz-Gesetze auf Bezieher von Arbeitslosengeld II ausgeübt wird. Für die Härten des Hartz-Systems sind aber nicht die Beschäftigten in den Jobcentern, sondern die politischen Entscheider der einschlägigen Gesetze verantwortlich zu machen.

     „Die Kritik vor das Rathaus und das Jobcenter zu tragen ist nicht der richtige Weg. Die Betroffenen der Gesetze sitzen auf beide Seiten des Schreibtisches. Die geforderte Qualität der Arbeit in der individuellen Beratung von Leistungsempfängern und zielgerichtete Angebote zur Arbeitsförderung, sind nur mit mehr Personal in den Jobcentern zu bekommen. Die Arbeitsbelastung in den Jobcentern ist von Beginn an enorm gewesen und wird durch hohe Personalfluktuation nicht besser. Erwerbslose und Jobcenter-Beschäftigte dürfen sich aber nicht gegeneinander ausspielen lassen. Die Beschäftigten wollen eine verlässliche Leistungsgewährung garantieren und auch die Möglichkeit zu mehr individueller Betreuung und Arbeitsförderung von Langzeitarbeitslosen. Doch die sich ständig ändernde und völlig unzureichende Rechtslage, insbesondere im Leistungs- und Sanktionsrecht, verbaut ihnen dazu fast jede Chance“, betont Daniel Kolle, ver.di Bezirksgeschäftsführer im Bezirk Wuppertal-Niederberg.

    „Wir setzen uns nicht nur für bessere Einkommens- und Arbeitsbedingungen in den Jobcentern ein, sondern beraten und vertreten auch Erwerbslose zur Durchsetzung ihrer Rechte. Gemeinsam statt gegeneinander müssen wir den Protest gegen die unbestreitbaren Konstruktionsfehler der Hartz-Gesetze dort formulieren, wo er hingehört: bei den politischen Entscheidungsträgern, die die Gesetzeslage zu verantworten haben“, so Kolle abschließend.