Entlastung für die Uniklinik Düsseldorf

    Uniklinikum Düsseldorf: Informationen zum Streik für Patientinnen, …

    Uniklinikum Düsseldorf: Informationen zum Streik für Patientinnen, Patienten und Angehörige

    Liebe Patientinnen und Patienten,
    liebe Angehörige,

    wir streiken an der Uniklinik Düsseldorf für mehr Personal durch einen Tarifvertrag Entlastung. Wir wissen, dass unser Streik für Sie bedeuten kann, dass Operationen verschoben werden und sie an manchen Stellen noch länger warten müssen, als es sonst schon der Fall ist. Wir bitten Sie trotzdem um Ihre Unterstützung und um Ihr Verständnis für unser Anliegen.

    Uns geht es nicht um mehr Geld oder kürzere Arbeitszeiten. Wir streiten dafür, dass wir unsere Arbeit so gut leisten können, wie wir es gelernt haben und wie es nötig ist. Wir wollen Sie in Ihrer oft schwierigen Situation gut begleiten können und nicht gehetzt von einem Bett zum anderen rennen. Wir wollen nicht, dass sie klingeln und wir nicht schnell bei Ihnen sein können. Wir möchten nicht, dass sie stundenlang nach Untersuchungen darauf warten, wieder zurück in ihr Zimmer zu kommen. Wir finden es falsch, wenn Sie ihr Essen bekommen, nachdem es schon lange in der Warmhaltekammer stehen musste.

    Angehörige brauchen Erklärungen, Zuspruch und Unterstützung. Wir können das alles kaum noch oder gar nicht mehr leisten, weil wir viel zu wenig Personal haben. Uns fehlen im Durchschnitt ein Viertel der Kolleginnen und Kollegen, die da sein müssten, damit wir für Sie da sein können, ohne bei der Arbeit selbst krank zu werden.

    Im ganz normalen Krankenhausalltag werden Operationen regelmäßig verschoben, kommt es zu Wartezeiten. Im Streik macht der Vorstand daraus einen Skandal und erklärt, dass wir die Verantwortung tragen. Wir tragen diese Verantwortung jeden Tag und wollen und können so nicht weiterarbeiten.

    Das machen wir seit vielen Jahren deutlich. Doch auch nach elf Warnstreiktagen, vielen Aktionen, Appellen, Bitten und Gesprächen ist nichts passiert – im Gegenteil. Uns macht das kaputt. Es zerstört unseren Anspruch auf eine gute Versorgung unserer Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen. Darum streiken wir jetzt. Mit allen Berufsgruppen, die es braucht, damit eine Uniklinik funktioniert! Viel lieber würden wir uns um unsere Patientinnen und Patienten kümmern. Doch wenn wir immer klaglos weiterarbeiten, ändert sich nichts. Wir verschaffen uns jetzt Gehör.

    Wir stellen jederzeit einen Notdienst sicher – einseitig, weil der Vorstand eine Notdienstvereinbarung ablehnt. Zu jeder Zeit sind Kolleginnen und Kollegen von uns vor Ort, wenn ein Notfall eintritt oder Stationen nicht so besetzt sind, wie es unsere Notdienstvereinbarung vorsieht. Wir sind auch im Streik für Sie da

    Illustration Berufsgruppen im Krankenhaus/in der Pflege mit Banner "Mehr von uns ist besser für alle" Tom Körner Zusammenstehn - Mehr von uns ist besser für alle

    Wir freuen uns, wenn Sie uns in unserem Streikzelt auf dem Moorenplatz besuchen kommen, damit wir miteinander ins Gespräch kommen. Gemeinsam können wir dafür Sorge tragen, dass im Krankenhaus der Mensch und seine Bedürfnisse endlich wieder im Mittelpunkt stehen.

    Wir sagen deutlich: Der Skandal ist nicht der Streik. Der Skandal ist der „Normalzustand“!

    Ihre Beschäftigten im Streik für Menschlichkeit durch mehr Personal am Uniklinikum Düsseldorf