Verkehr

    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

    Tarifvertrag Nahverkehr

    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

    Tarifinfo TV N _ Corona-Prämie ver.di Tarifinfo

     
    Am Wochenende gab es eine Tarifeinigung im öffentlichen Dienst. Neben einer Entgelterhöhung am 1. April 2021 in Höhe von 1,4 %, mindestens jedoch 50 Euro, und einer weiteren Erhöhung am 1. April 2022 in Höhe von 1,8 % wurde auch eine Corona-Prämie vereinbart. Gerade im Nahverkehr wirkt die soziale Komponente in Höhe von 50 Euro.

    Normalerweise wird das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes in die Tarifverträge des Nahverkehrs in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen übernommen. Wegen der Kündigung der Tarifverträge ist das diesmal jedoch nicht der Fall.

    Die Arbeitgeber waren nicht bereit, die Einigung auch auf den Nahverkehr zu übertragen. Gerade für die Corona-Prämie drängt aber die Zeit, denn sie muss noch in diesem Jahr ausgezahlt werden.
     
     
     

    In den kommenden zwei Wochen finden Verhandlungen in den Ländern statt. Wir erwarten von den Kommunalen Arbeitgeberverbänden, dass sie die Corona Prämie und die Entgelterhöhungen für die Beschäftigten im Nahverkehr mit uns vereinbaren. Sonst sind weitere Konflikte vorprogrammiert

    Christine Behle, stellvertretende ver.di Bundesvorsitzende

    Sie wollen, dass wir auf Entlastung verzichten.

    Die Corona-Prämie soll in den Ländern verhandelt werden, heißt es von den Arbeitgebern. In den Ländern verhandeln wir aber gerade über Entlastungen und weitere Regelungen unserer Manteltarifverträge. Was ist der Plan der Arbeitgeber? Sie glauben, dass sie die Corona-Prämie als Druckmittel nutzen können, um uns Entlastungen abzukaufen. Im Nahverkehr ist Entlastung überfällig, aber sie wollen Entlastung gegen die Corona-Prämie aufrechnen.

    Wissen sie, was sie tun?

    Wir werden es sicher nicht akzeptieren, dass uns die Corona-Prämie vorenthalten wird und sieben Nullmonate der Dank für unsere Leistung in der Corona-Krise sein sollen. In der gesamten Zeit der Pandemie haben wir alles gegeben, um den Verkehr am Laufen zu halten. Wir haben alles mitgemacht, ob kurzfristige Dienstplanänderungen oder zusätzliche Reinigungseinsätze. Nach den Dankesworten der Geschäftsführungen und aus Aufsichtsräten soll es jetzt bei warmen Worten bleiben? Was wäre wohl, wenn wir mal eine Zeitlang keine Überstunden mehr machen würden? Und wie wollen sie es der Öffentlichkeit erklären, dass es jetzt noch eine weitere Ungerechtigkeit geben soll, die uns zum Streik zwingt?
     

    Nicht mit uns!

    Die Corona-Prämie ist eine einmalige Zahlung, die uns nach unseren Leistungen in den vergangenen Monaten zusteht. Entlastung und unsere Forderungen für die Landestarifverträge aber wirken dauerhaft und sind längst überfällig. Wir werden nicht zulassen, dass die Arbeitgeber unsere Gesundheit gegen eine Einmalzahlung aufrechnen. Wenn sie eine weitere Verschärfung des Konfliktes wollen, können sie das haben. Wir haben gezeigt, dass wir streiken können.
     

    Klimaschutz braucht ÖPNV,
    aber nur mit attraktiveren Arbeitsbedingungen hat der ÖPNV eine Zukunft!

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand

    Öffentlicher Nahverkehr: Probleme noch nicht gelöst – Arbeitsniederlegungen weiterhin möglich

    25.10.2020

    Mit dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sind die Probleme des ÖPNV noch nicht gelöst. Normalerweise wird das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes in die Tarifverträge des Nahverkehrs in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen automatisch übernommen. Wegen der Kündigung der Tarifverträge ist das diesmal jedoch nicht der Fall: „Die Arbeitgeber waren nicht bereit, die Einigung auch auf den Nahverkehr zu übertragen. Dies solle jetzt in den Ländern verhandelt werden, hieß es von Seiten der Arbeitgeber. Gerade für die Corona-Prämie drängt aber die Zeit, denn sie muss noch in diesem Jahr ausgezahlt werden“, betonte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle am Sonntag in Potsdam.

    „Wir erwarten, dass die kommunalen Arbeitgeberverbände den Beschäftigten im Nahverkehr die Corona-Prämie und die Entgelterhöhungen spätestens in den nächsten zwei Wochen zusagen, damit weiteren Konflikte vermieden werden. Im Nahverkehr sind Arbeitsniederlegungen weiterhin möglich“, warnte Behle. Die Beschäftigten würden es sich nicht gefallen lassen, wenn ihnen die Corona-Prämie vorenthalten werde und sie als Dank stattdessen sieben Nullmonate erhielten.

    Gleichzeitig befindet sich ver.di im Konflikt mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) um einen bundesweiten Rahmen-Manteltarifvertrag. Im Nahverkehr fordert ver.di bundesweit Regelungen zur Entlastung. Diese Tarifverhandlungen waren aufgrund der Verzögerungen durch die Corona-Pandemie mit den Verhandlungen im öffentlichen Dienst zusammengefallen.