Telekommunikation, Informationstechnologie, Datenverarbeitung

    Zweite Verhandlungsrunde Telekom: Kein Angebot!

    Zweite Verhandlungsrunde Telekom: Kein Angebot!

    DTAG, TDG, DTS, DTT, DTA, GKV, DTIT, ISP

    Verhandlungen fortgesetzt

    Am Donnerstag, den 8. März 2018, sind die Verhandlungen zur Tarifrunde 2018 für die ver.di-Mitglieder im Deutschlandsegment und der Deutschen Telekom AG fortgesetzt worden. ver.di hatte in der Auftaktrunde die ver.di Forderungen eingebracht und ausführlich begründet.

    Tarifinfo 8 - Seite 1 ver.di FB 9 Tarifinfo 8 - Seite 1

    Arbeitgeber Sichtweisen

    Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde stellten die Arbeitgeber ihre Sichtweisen und Positionen dar!

    Ausgehend von den in der Bilanzpressekonferenz veröffentlichten Geschäftszahlen, stellten sie die „vor ihnen liegenden Herausforderungen“ dar und verwiesen auf die „Notwendigkeit eines moderaten Tarifabschlusses“.
    Sinkende Kundenanzahlen im Festnetzbereich, ein weiterhin sinkender Marktanteil und der weiterhin hohe Investitionsbedarf begründeten - aus Sicht des Arbeitgebers, einen maßvollen Tarifabschluß.

    Die Telekom habe darüber hinaus gegenüber den Wettbewerbern einen Kostennachteil, der durch die Personalkosten getrieben würde.

    Im Segment Europa und dem Segment T-Systems habe man jeweils rückläufige EBITDA-Entwicklung.

    Und letztendlich beklagten die Arbeitgeber, dass trotz erfreulichen Finanzzahlen und Geschäftsergebnissen, trotz Steuergeschenken in den USA und trotz angekündigter Dividendenerhöhung, der Aktienkurs der Telekom nicht die gewünschte Entwicklung an den Tag legt.

    Angesichts der „drängenden Herausforderungen aus Regulierungsdruck und Investitionsnotwendigkeit halten wir einen moderaten Tarifabschluss für notwendig“, schloss Simone Thiäner, Geschäftsführerin Personal der Telekom Deutschland und Verhandlungsführerin seitens der Telekom, die Ausführungen der Arbeitgeber.

    ver.di teilt viele Arbeitgeberansichten nicht

    ver.di hat die Arbeitgeberausführungen bewertet und wesentliche Teile zurückgewiesen.

    Auch wenn es gemeinsame Sichtweisen gibt, wie z. B. den Investitionsbedarf in Netze oder den hohen Preisdruck, ist es nicht hinzunehmen der Öffentlichkeit zu verkünden, dass alle Finanzzahlen erreicht und die Prognosen im laufenden Jahr 2017 zweimal erhöht wurden, in den Tarifverhandlungen aber ein Bild eines Unternehmens zu zeichnen welches nur einen geringen Spielraum für Tariferhöhungen besitze.

    Tarifinfo 8 - Seite 2 ver.di FB 9 Tarifinfo 8 - Seite 2

    Die Telekom hat nach eigenen Angaben, im Jahr 2017 alle Finanzziele erreicht und teilweise sogar übertroffen. Das Wachstum in allen Märkten führte für die Telekom zu einem Umsatzwachstum von 2,5 % auf insgesamt 74,9 Mrd. Euro. Dabei stieg der Konzernüberschuss sogar um 46,8 %.

    Wachstum bei Investitionen und Innovationen, Zuwächse bei den Kundenzahlen im Mobilfunk und beim Glasfaserausbau und robustes Wachstum in den Finanzkennzahlen sind die zentralen Botschaften des Geschäftsberichts 2017. Insbesondere die Investitionen in Netze und neue Produkte bilden die Grundlage für zukünftige Geschäftsentwicklung und lassen ein weiteres Wachstum der Deutschen Telekom in Deutschland und international erwarten.

    ver.di hat verdeutlicht, dass die Rahmenbedingungen – auch die wirtschaftliche Situation des Konzerns – eine gute Basis für gute Einkommenserhöhungen darstellen. Die Beschäftigten sind es wert, an den guten Ergebnissen der Telekom beteiligt zu werden!

    ver.di Verhandlungsführer Frank Sauerland: „Die ver.di-Forderung ist durch eine breite Diskussion der Beschäftigten im Telekom-Konzern erarbeitet und spiegelt sowohl die Erwartungshaltung der Kolleginnen und Kollegen als auch die Möglichkeiten der Telekom wieder.“

    ver.di forderte die Arbeitgeber erneut auf, ein Angebot in die Tarifverhandlungen einzubringen.
     

    Gesprächsbereitschaft, aber kein Angebot

    Die Arbeitgeber erklärten, an einer schnellen Lösung in der Tarifrunde interessiert zu sein. Dieses Interesse wird durchaus von ver.di geteilt. Dazu muss allerdings schnell ein Angebot auf den Tisch.

    Der Spielraum ist da, Angebot muss her

    Die wirtschaftliche Situation der Telekom lässt klar erkennen: Der Spielraum für Lohnerhöhungen ist vorhanden! Die arbeitgeberseitig angeführten Argumente dienen nicht dazu, die berechtigten Forderungen der Beschäftigten zu mindern. Vielmehr müssen die Arbeitgeber jetzt unter Beweis stellen, dass sie tatsächlich an einer schnellen und konfliktfreien Einigung in der Tarifrunde 2018 arbeiten wollen.

    Jetzt zusammenstehen und ein gutes Ergebnis durchsetzen

    „Der Erfolg des Konzerns ist auch der Erfolg von rund 220.000 Mitarbeitern, auf den sie stolz sein können und sind.“ führt Timotheus Höttges in seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz aus. Recht hat er. Da die Arbeitgeberseite nun zwei Verhandlungsrunden ohne Angebot hat verstreichen lassen, müssen die Kolleginnen und Kollegen im Deutschland-Segment und der Deutschen Telekom AG nun mit ihrer Gewerkschaft ver.di dafür in den Betrieben einstehen, an diesem Erfolg auch beteiligt zu werden.

    Jetzt gilt es, sich an den betrieblichen ver.di-Aktionen zu beteiligen!

    Die Verhandlungen werden am 21. / 22. März 2018 fortgesetzt.
     

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    Faire und gute Arbeitsbedingungen in den Unternehmen und Betrieben der Deutschen Telekom fallen eben nicht vom Himmel!

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    Tarifrunde Telekom: Kein Angebot erhalten - ver.di macht jetzt Druck mit ersten Warnstreiks und Aktionen

    Nachdem die Deutsche Telekom in der zweiten Verhandlungsrunde am 8. März 2018 kein Angebot unterbreitet hat, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu ersten gezielten Warnstreiks und Aktionen auf, um Druck auf den Arbeitgeber auszuüben. Die Streiks beginnen bereits am morgigen Freitag.

    „Mit einer Verschleppungstaktik kommt die Telekom bei den Beschäftigten nicht durch. Es muss ein Angebot auf den Tisch“, betont ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland.

    In den ersten Tagen ruft ver.di gezielt ca. 5.000 Beschäftigte zu Aktionen und Protesten auf. Betroffen sind Betriebsteile und Einrichtungen der Service- und der Techniksparte in nahezu allen Bundesländern.

    „Bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017 hat sich die Telekom für gute Zahlen feiern lassen. Damit ist auch für die Beschäftigten klar: Es ist genug Geld für eine spürbare Lohnerhöhung vorhanden“, betont Sauerland.

    ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde unter anderem eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Komponente zur Steigerung der Einkommensgerechtigkeit.  Die Höhe der Ausbildungsvergütungen und der Vergütungen für dual Studierende soll um 75 Euro angehoben werden.

    Die dritte Runde der Verhandlungen für die ca. 62.000 betroffenen Tarifangestellten und Auszubildenden/dual Studierenden der Deutschen Telekom findet am 21./22. März 2018 in Berlin statt.