Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Tag der Pflegenden am 12. Mai

    Schluss mit Ausreden – mehr Personal!

    Tag der Pflegenden am 12. Mai

    Tag der Pflegenden 2022 ver.di/werkzwei Tag der Pflegenden 2022

    Beschäftigte aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Psychiatrien bundesweit haben am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflegenden, erneut auf die unzureichende Personalausstattung hingewiesen und sofortiges Handeln der Politik eingefordert. Ihr Motto: »Schluss mit Ausreden – mehr Personal!«

    Im städtisches Altenpflegeheim am Diek haben die Beschäftigte ihre Forderungen an die politisch Verantwortlichen in einer aktiven Mittagspause mit Foto-Aktion sichtbar gemacht. Auch im LVR-Klinikum Düsseldorf, dem Städtischen Klinikum Solingen und bei den Altenzentren der Stadt Solingen forderten die Beschäftigten von Gesundheitsminister Lauterbach eine sofortige Umsetzung des Koalitionsvertrages.

    Tag der Pflegenden - LVR-Klinikum Düsseldorf Sebastian Blacharz Tag der Pflegenden - LVR-Klinikum Düsseldorf

    »Inzwischen wissen alle, wie überlastet die Beschäftigten in der Pflege sind. In der Politik wird das wortreich beklagt und Solidarität bekundet, doch die nötigen Konsequenzen werden nicht gezogen«, kritisiert Magdalena Bell, ver.di Vertrauensfrau am Helios Klinikum in Wuppertal. Seit über zwei Jahren liege der Bundesregierung das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und ver.di entwickelte Instrument für eine bedarfsgerechte Personalbemessung in der Krankenpflege vor, die PPR 2.0. »SPD, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag versprochen, die PPR 2.0 kurzfristig und verbindlich einzuführen. Dieses Versprechen muss jetzt endlich eingelöst werden.« Angesichts der auch aktuell extrem hohen Belastungen durch die Corona-Pandemie bräuchten die Beschäftigten der Krankenhäuser das Signal, dass die Probleme ernsthaft angegangen werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass noch mehr Pflegepersonen ihren Beruf aufgeben.

    »Inzwischen wissen alle, wie überlastet die Beschäftigten in der Pflege sind. In der Politik wird das wortreich beklagt und Solidarität bekundet, doch die nötigen Konsequenzen werden nicht gezogen«

    Magdalena Bell, ver.di Vertrauensfrau aus Wuppertal
    Altenpflegeheime der Stadt Wuppertal Matthias Beckmann Altenpflegeheime der Stadt Wuppertal

    Auch in der Altenpflege und in den Psychiatrien bestehe akuter Handlungsbedarf, betont Jennifer Soff, Gewerkschaftssekretärin ver.di: »In Pflegeheimen und psychiatrischen Einrichtungen sind bedarfsgerechte Personalvorgaben nötig, deren Einhaltung kontrolliert und sanktioniert wird.« Die Personalvorgaben in der Altenpflege seien von Bundesland zu Bundesland nach wie vor unterschiedlich und nicht verbindlich genug. Für Psychiatrien bestehen zwar seit Anfang 2020 eine Richtlinie zur Personalausstattung (PPP-RL), diese werde aber vielfach nicht umgesetzt, was für die Arbeitgeber keine Konsequenzen nach sich ziehe. »Patientinnen und Patienten sowie pflegebedürftige Menschen haben ein Anrecht auf eine gute Versorgung. Die Beschäftigten müssen wissen, dass sie durch ihre Arbeit für andere nicht selbst krank werden. Die politisch Verantwortlichen stehen in der Pflicht, das mit klaren gesetzlichen Regeln zu gewährleisten. Diese Forderung machen wir am Tag der Pflegenden sichtbar«, so Matthias Beckmann, Pflegefachkraft bei den Alten- und Altenpflegeheimen der Stadt Wuppertal. »Mit den Ausreden muss endlich Schluss sein. Wir brauchen mehr Personal und Entlastung – jetzt!«