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    ver.di ruft Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Impfung gegen …

    Covid 19

    ver.di ruft Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Impfung gegen die Covid-19-Erkrankung auf - Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen abgelehnt

    Statement von Stephanie Peifer, der Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper, zu Corona-Impfungen von Beschäftigten aus der Kranken- und Altenpflege:

    Stephanie Peifer Christian van Remmen Stephanie Peifer

    „Bislang sind mir keine Beschäftigtengruppen aus der Kranken- und Altenpflege bekannt, die eine Impfmöglichkeit grundsätzlich ablehnen. Mich ärgern die Verlautbarungen persönlich, denn ich habe lange Jahre als Krankenschwester im Krankenhaus gearbeitet. Die riesige Belastung der Kolleginnen und Kollegen und die Gefährdung, der sich die Beschäftigten aussetzen ist harte Realität. Sie riskieren täglich ihre Gesundheit und brauchen deshalb größtmöglichen Schutz und eine vorrangige Möglichkeit sich impfen zu lassen. Aus den Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Solinger Klinikum weiß ich, dass eine interne Abfrage zum Jahresende innerhalb kürzester Zeit einen extrem hohen Zuspruch für die Impfung bestätigt hat. Die Geschäftsführung des Klinikums hat die Landesregierung außerdem angeschrieben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern ebenfalls vorrangig zu berücksichtigen.“

    ver.di vertritt die Auffassung, dass wirksame Impfungen im Hinblick auf die erfolgreiche Bekämpfung von Pandemien und die Immunisierung der Bevölkerung gegen gefährliche Krankheiten entscheidend sind. Grundlage der Impfung sei natürlich eine freiwillige Entscheidung. Wesentlich hierfür sind Transparenz und Information. Deshalb sei die Politik in der Pflicht, fundiert und objektiv aufzuklären und so Vertrauen zu schaffen, damit die Menschen die Impfmöglichkeit wahrnehmen. Der Arbeitgeber dürfe jedoch keine Impfpflicht einführen.

    „Wenn der Arbeitgeber eine Impfpflicht dennoch beispielsweise als Maßnahme des Arbeits- und Gesundheitsschutzes interpretiert, ist das unzulässig. Sollte ein Arbeitgeber Beschäftigten mit Konsequenzen drohen oder einseitig beginnen Maßnahmen umzusetzen, ist sofortiges Handeln angezeigt - dann sind die Interessensvertretung und ver.di umgehend einzuschalten. Ich erwarte, dass alles dafür getan wird, dass unserer Kolleginnen und Kollegen im Dienst am Menschen größten Schutz und allerhöchste Wertschätzung erfahren. Was sie zurzeit leisten, geht über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus. Alle Bürgerinnen und Bürger sind auf die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems angewiesen und es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe das Gesundheitssystem zu stärken. Dafür brauchen wir gesunde Beschäftigte und vorrangigen Impfschutz.“

    Flugblatt Impfungen Corona 12.01.2021 ver.di Flugblatt Impfungen Corona 12.01.2021

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    ver.di ruft Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Impfung gegen die Covid-19-Erkrankung auf – Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen abgelehnt

    12.01.2021

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten im Gesundheitswesen auf, sich so schnell wie möglich gegen die Covid-19-Erkrankung impfen zu lassen, lehnt eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen jedoch ab. „Nach Abwägung aller Chancen und Risiken ist es schon aus Gründen des Selbstschutzes und des Schutzes der Angehörigen angeraten, sich impfen zu lassen, sofern nicht ernste gesundheitliche Gründe dagegen sprechen“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. „Die Impfung muss freiwillig sein; eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen darf es nicht geben.“ Die Betroffenen, beispielsweise Pflegepersonen sowie Ärztinnen und Ärzte, müssten selbst entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollten.

    „Die Debatte um eine Impflicht ist kontraproduktiv für die gesellschaftliche Akzeptanz der Impfmaßnahmen“, so Werneke weiter. „Stattdessen muss deutlich mehr Überzeugungsarbeit für die Impfmaßnahmen geleistet werden.“ Gerade Pflegepersonen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen würden seit Jahren am eigenen Leib erfahren, dass Politik und Arbeitgeber die Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten auf Grund von viel zu wenig Personal billigend in Kauf nähmen. „Jetzt müssen Politik und Arbeitgeber aktiv und transparent über alle Aspekte der Impfung aufklären.“ Zudem seien Bund und Länder aufgefordert, endlich für eine zügige und reibungslose Umsetzung der Impfkampagne zu sorgen.

    ver.di organisiert mehrere hunderttausend Beschäftigte in den Bereichen Gesundheit und Pflege.