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    Tarifrunde AWO 2021 gestartet – ver.di-Tarifkommission beschließt …

    Tarifrunde AWO NRW

    Tarifrunde AWO 2021 gestartet – ver.di-Tarifkommission beschließt ihre Forderungen „TVöD-Light reicht nicht aus!“

    Flugblatt 01 Tarifrunde AWO NRW 2021 ver.di NRW Flugblatt 01 Tarifrunde AWO NRW 2021

    Diese Tarifrunde ist ungewöhnlich gestartet: Die Arbeitgeber haben 6 Tage vor der Sitzung der ver.di-Tarifkommission ihr Angebot unterbreitet und breit in den Betrieben und der Presse verteilt. Sie wollten damit ritualisierte Konflikte im Sinne einer schnellen Tarifeinigung vermeiden.

    In diesem Sinne bekräftigt die ver.di-Tarifkommission den Willen der Beschäftigten, tagtäglich mit vollem Einsatz unseren Auftrag in der Altenpflege, der Behindertenhilfe, den Kindertagesstätten, Beratungsstellen und allen anderen Arbeitsbereichen der Arbeiterwohlfahrt gerade in Zeiten der Pandemie zu erbringen.

    Die AWO-Tarifkommission nimmt das am 22. Januar 2021 übersandte Angebot der Arbeitgeber positiv auf und begrüßt den Ansatz der Arbeitgeber, sich am jüngsten Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes zu orientieren.

    Mit dieser Orientierung ist das längst fällige Tarifniveau des TVöD allerdings bei weitem noch nicht erreicht. Kurzfristig brauchen wir einen spürbaren Schritt in Richtung TVöD. Langfristig wird nur die Weiterentwicklung des TV AWO NRW durch die Wiederaufnahme der EGO-Verhandlungen bestehende Ungleichbehandlungen und Tarifverwerfungen beseitigen.

    Gerade in der Corona-Zeit verdient die Arbeit unserer Kolleg*innen volle Anerkennung, die in die Zukunft wirkt und für alle Beteiligten Wertschätzung widerspiegelt und Sicherheit garantiert.

    Auch in der Corona-Krise müssen längst fällige Veränderungen im Tarifvertrag möglich sein.

    • Wir fordern im Tarifabschluss die Vereinbarung eines Mindestbetrages von 75 €, um hiermit gerade in dieser Zeit eine notwendige soziale Komponente zu verankern und Ungleichbehandlungen im Vergleich zum öffentlichen Dienst abzuschwächen.
       
    • Wir erwarten eine spürbare Aufwertung der Tätigkeit der Kinderpfleger*innen. Die derzeitige Vergütung von nach 2007 eingestellten Kolleg*innen in der Entgeltgruppe 3 ist bei einer 2-jährigen Ausbildung und der Art der Tätigkeit nicht mehr zeitgemäß. Die Ungleichbehandlung gegenüber Altbeschäftigten (EG 5) muss aufgehoben werden.
       
    • Ebenso erwarten wir die gleiche Bezahlung von Erzieher*innen in der OGS wie alle anderen Erzieher*innen (EG 8) bei der AWO in NRW.
       
    • Für Kolleg*innen mit ungünstigen Dienstzeiten erwarten wir die Gleichbehandlung mit den Regelungen im TVöD durch die:
        - Erhöhung des Nachtarbeitszuschlags von 1,70 € auf 20 %
        - Übernahme der TVöD-Regelung zum Zusatzurlaub bei Schicht- und Wechselschicht
       
    • Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels erwarten wir die Aufnahme der Erzieher*innen in praxisintegrierter Ausbildung in den Geltungsbereich des TV Auszubildende, um damit eine volle Teilhabe an unserem Tarifwerk zu garantieren.
       
    • Die Arbeit in den AWO-Einrichtungen ist nur durch die ständige Bereitschaft der Kolleg*innen, Mehrarbeit zu leisten, zu bewältigen. Deshalb erwarten wir die Bezahlung des Zeitzuschlags von der ersten Stunde an, die über die individuell vereinbarte Arbeitszeit, bzw. die im Dienstplan festgelegte Arbeitszeit hinausgeht.
       
    • Die bisherige Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder muss auch im Tarifabschluss 2021 festgeschrieben werden.
       

    Gerade Corona macht noch einmal deutlich, welche Rolle und Bedeutung Tarifvertragsparteien bei der Krisenbewältigung für Arbeitgeber, Beschäftigte und Gewerkschaften haben. Gemeinsam werden Lösungen gesucht und gefunden. Allerdings müssen wir auch konstatieren, dass Tausende unserer Kolleg*innen nicht vom Tarifvertrag AWO NRW erfasst werden. Teilweise wirken z. B. in einem Haus unterschiedliche Tarifverträge, was eine Spaltung der Belegschaft bewirkt (Beispiel: Corona-Prämie).

    Deshalb fordert die ver.di-Tarifkommission die AWO-Arbeitgeber auf, sich mit uns für die Bindung an den AWO-Tarifvertrag in NRW einzusetzen.

     
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